Kapellenrundwanderweg

Weglänge jeweils zw. 4,1 und 4,7km

Kapellen in Herxheim und Hayna

Für Herxheim bezeichnend und bemerkenswert ist der Kapellenkranz, der das Dorf umschließt. Das katholische Gepräge des Ortes wird hier in besonderer Weise betont. Kapellen als Stätten des Gebets und des Innehaltens vom Alltag spendeten schon immer Trost und Hilfe in Notzeiten, wurden aber auch zur Bekundung von Dankbarkeit für Hilfe in schwierigen Lebenslagen errichtet. Prägendes Element der Ausstattung der Kapellen ist die  in Herxheim allgegenwärtige Marienverehrung.

Viele Straßen- und Flurhochkreuze und Bildstöcke unterstützen dieses Erscheinungsbild. Religiöser Hausschmuck, oft in Form einer Muttergottesstatue, findet sich überall in Herxheim: Keine andere Gemeinde  im Bistum Speyer weist diese Fülle an Jahrhunderte umspannender sakraler Kulturdenkmale auf.


Nr. 1 – Kriegergedächtniskapelle

Die Kriegergedächtniskapelle auf dem Kirchberg wurde im Jahre 1831 am Platz des früheren Schul- und Rathauses als Wacht- und Arresthaus errichtet. Sie weist klassizistische Merkmale auf: ein Portikus mit Säulen, auf dreistufigem Vorbau stehend, nach oben verjüngende Fenster. Dieser Baustil war auf Wunsch König Ludwigs I. nach Plänen des Baukunstausschusses München unter Leitung von Leo von Klenze gewählt worden.

1921/22 erfolgte der Umbau zu einer "Kriegergedächtniskapelle", der Innenraum wurde 1960/61 umgestaltet. Die Neugestaltung des Kirchberges  in den Jahren 1985-86 brachte zudem eine Veränderung der Vorfläche der Kapelle mit sich.

Ausstattung:

Schmiedeeisernes, verglastes Tor, Sandsteinblock mit den Jahreszahlen der letzten drei Kriege 1870/71, 1914/18, 1939/45; für die über 400 Gefallenen und Vermissten aus Herxheim; Nische mit spätgotischer Kreuzigungsgruppe.

Speyrer Kapelle

Nr. 2 – "Speyerer Kapelle"

Die an dem früheren Handelsweg nach Speyer gelegene Kapelle wurde im Auftrag von Anna Maria Steinacher geb. Trauth 1747 errichtet und letztmalig um 1990 renoviert. Sie befindet sich in Privatbesitz.

Ausstattung:
Altar mit Darstellung der Kreuzabnahme, Halbplastik unter Glas;  Madonnenstatue, ferner eine Pietà; neue Farbfenstergestaltung durch Oberstudienrat Nether, Böllenborn.

Adresse: Kreuzung Speyrer Straße /Augustastraße

Weyhrer Kapelle

Nr. 3 – "Weyherer Kapelle"

1891 wurde der Bau der Herxheimweyherer Kapelle von Georg Franz Trauth und  Anna Maria Römer als Dank für eine Heilung in Auftrag gegeben. Die Restaurierung der Madonna erfolgte durch den bekannten Kirchenmaler Otto Schultz 1967; letztmalig wurde die Kapelle 1993/94 renoviert.

Ausstattung:

Altartisch, darüber ein Bild der 1973 gestohlenen Holzplastik der "Mutter Gottes von der immerwährenden Hilfe" aus dem Jahre 1575.

Adresse: an der L 493 zwischen Herxheim und Herxheimweyher


Kapelle im Bruch

Nr. 4 – Kapelle "Im Bruch"

Die Kapelle "Im Bruch" wurde 1907 im Garten von Joseph Schwenck und dessen Ehefrau Barbara Ohmer als einfache Lourdesgrotte in einer Holzhütte errichtet.

Aus Dankbarkeit für seine Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft errichtete der Sohn Josef Schwenck sie 1953 zusammen mit seiner Ehefrau Frieda Höfer neu. 

Letztmalig würde sie 1996 renoviert; das Kapellchen wird heute von Anwohnern im Sommer zum abendlichen Rosenkranzgebet aufgesucht.

Ausstattung:
Nachbildung der Lourdes-Grotte; Immaculata mit Rosenkranz, davor das Mädchen Bernadette


Nr. 5 – Waldkapelle

Die früher als "Candeler Kapell" bekannte Waldkapelle wurde um 1850 von den Familien Jakob Gauly und Franz Rippon errichtet. Geweiht wurde sie jedoch erst 13 Jahre später, 1863, als sie mit einem Altar von Gottfried Renn ausgestattet wurde.

Der bekannte Kirchenmaler und Restaurator Otto Schultz übernahm 1951 die Kirchenmalerei, die letzte Renovierung fand in den Jahren 1985/86 statt.

Ausstattung:
Altar mit Vesperbild/Pietà; Ausmalung durch Otto Schultz. 
Rückwand: Dekorationsmalerei, Darstellung des Kreuzes mit stilisiertem Lendentuch; Vorderseite des Altarblocks: das Altarsakrament als Gnadenquell.

Adresse: Kreuzung St. Christophorus-Straße / Luitpoldstraße


Nr. 6 – Marienkapelle in Hayna

Die kleine, am Waldrand stehende Rundkapelle mit Nischen wurde 1994 nach den Plänen von Architekt Hermann Wiechmann aus Hayna größtenteils in Eigenleistung vom Förderverein Marienkapelle e.V. gebaut und 1996 eingeweiht. Sie besticht optisch durch ein Kegeldach mit Dachreiter und Glocke sowie moderne Farbverglasung der Fenster. Eine alte Feldkapelle am Kapellenweg  war wegen Baufälligkeit 1960 abgerissen worden. Man versprach, an anderer Stelle eine neue schönere Kapelle zu errichten.

Ausstattung:
Eine neugotische Pietà und ein Statue des St. Nepomuk aus dem 18.  Jahrhundert, beide bemalt. Zu beachten ist auch die Fotodokumentation der Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege.

Adresse: Lachenweg


Schönstattkapelle

Nr. 7 – Schönstattkapelle

1968 wurde diese Wallfahrtskapelle als Nachbildung des sogenannten Urheiligtums in Schönstatt bei  Vallendar / Rhein eingeweiht. Geleitet wird die Einrichtung von Schönstatter Marienschwestern.

Ausstattung:
Gnadenbild der „Dreimal wunderbaren Mutter von Schönstatt“ mit Lichtrahmen und der Inschrift "Servus Mariae numquam peribit" (Ein Diener Mariens wird nicht verloren gehen). Holzgeschnitzter Altar im nachempfundenen Barockstil, mit Tabernakel und den Heiligenfiguren St. Petrus und St. Paulus; Holzfiguren; St. Josef und St. Michael.

Angegliedert ist ein Wallfahrt- und Bildungszentrum mit Tagungshaus für Seminare und Familienfeiern, auch Übernachtungsmöglichkeit, etwa auf dem Jakobs-Pilgerweg.

Adresse: Josef-Kentenich-Weg 1



Landauer Kapelle

Nr. 8 – Landauer Kapelle

Diese am ältesten Weg nach Landau gelegene Kapelle wird auch Loretokapelle, Römerkapelle oder Schmiedskapelle genannt.
Die Jahreszahl 1508 am Türsturz ist der älteste Nachweis einer Kapelle in Herxheim. Aus Dankbarkeit über seine Genesung von einer schweren Krankheit in Loreto ließ der Schmied Hans Georg Römer die Kapelle 1661 wieder herrichten. Einem angeordneten Abriss der Kapelle im Jahre 1777 widersetzten sich die Herxheimer mit Erfolg.

Ausstattung:
Spätgotische Fresken aus dem 16. Jahrhundert: Christus als Welterlöser, zusammen mit den Aposteln; aus dem 17. Jahrhundert stammen die Kreuzigungsszene, die Darstellung der Stifterfamilie Römer und des damaligen Pfarrers Trittheim. Barockaltar mit Madonnenstatue und Putten  (z. T. Neuanschaffungen nach Raub).

Anschrift: Kapellenstraße